Faszientraining für eSportler | Erklärung, Nutzen und Anwendungsbeispiele

Was ist "Faszientraining", was bringt es eSportlern und Gamern und warum ist der Begriff "Faszienrolle" eigentlich nicht ganz richtig? #esport #fitnesstrainer #faszien #training

Das „Faszientraining“ hat sich in den letzten Jahren – besonders auch durch den Hype um die so genannten „Faszienrollen“ - stark etabliert. Dass der Begriff “Faszienrolle“ nicht ganz zutreffend ist, was Faszientraining überhaupt ist und wie eSportler und Gamer davon profitieren können, möchten wir euch in diesem Beitrag erklären!


Besonders auch für die Fingermuskulatur, die im Unterarm angesiedelt ist, kann es zwischen Matches sinnvoll und manchmal sogar eine Wohltat sein eine solche Rolle zu verwenden.

Das Wort „Faszien“ beschreibt im vereinfachten Sprachgebrauch das Bindegewebe, welches unseren gesamten Körper durchzieht. Wir wollen hier anatomisch gar nicht zu sehr ins Detail gehen. Wichtig zu verstehen ist, dass es oberflächliche, tiefe und viszerale Faszien gibt. Die oberflächlichen Faszien befinden sich vornehmlich in der Unterhaut und bestehen zum großen Teil aus Fett und eher lockerem Bindegewebe. Das viszerale Bindegewebe hingegen ist vor allem für die Ausrichtung der Organe zuständig. Im Folgenden gehen wir besonders auf die tiefen Faszien ein, die eine wesentliche Rolle in der Entwicklung von Schmerzen und leistungshemmenden Parametern wie der Durchblutung spielen können. Die tiefergelegenen Faszien umschließen bspw. die Knochen, Nerven und die Muskulatur. Was bedeutend ist: Tiefe Faszien passen sich an Reize an und befinden sich in ständigem Wandel. Und das ist ein wichtiger Punkt! Denn Training der Faszien ist nicht beschränkt auf das Benutzen einer Rolle, sondern sie werden ebenso durch das Abfedern von Stößen, durch Dehnung und eben Belebung durch bspw. Massagen „trainiert“. Es wird sogar davon ausgegangen, dass körperlich orientiertes Training, sprich Bewegung, genug Reize setzt um die Faszien ausreichend zu trainieren. Das Problem ist aber wie so oft, dass wir uns eben nicht mehr genug bewegen und dadurch die Faszien verkleben, was ein natürlicher Adaptions-Mechanismus von ihnen ist.


Was macht so eine Rolle nun aber und wieso trifft der Begriff „Faszienrolle“ nicht ganz den Kern von dem was sie tut? Diejenigen von euch, die uns am A1 Stand beim „Rise of the Legends“ Finale im Juni '19 in Wien besucht haben wissen es und haben im besten Fall die von uns verteilte Massagerolle noch daheim. Und der Begriff „Massagerolle“ ist auch wesentlich zutreffender. Durch den erwähnten Namen „Faszienrolle“ könnte man nämlich annehmen, dass die Rollen nur die Faszien trainieren, was aber nicht stimmt! Der Effekt der Rolle ist ähnlich der einer Massage, was zu einer verstärkten Durchblutung der Muskulatur und einer Belebung der Strukturen führt. Die Faszien sind Teil der Strukturen und werden daher mit erreicht, aber nicht ausschließlich.


Was hat das jetzt aber alles mit eSport und Gaming zu tun? Es ist kein Geheimnis und eSport hat auch häufig mit diesem Vorwurf zu kämpfen, dass wenig großräumige Bewegung dabei stattfindet. Wie wir eben gehört haben, mögen unsere Faszien das aber nicht und starten daher zu verkleben, was eine Veränderung der Spannungen in unserem Körper zur Folge haben kann. Das führt unter Umständen zu eingeschränkter Bewegungsfreiheit der Muskeln, schlechter Durchblutung und Schmerzen in bestimmten Bereichen wo vielen Faszien zusammenlaufen. Besonders der untere Rücken ist davon häufig betroffen, Grund hierfür ist mitunter auch das Verharren in sitzenden Positionen, egal ob beim Gaming oder im Büroalltag. Wie oben erwähnt, können die Faszien neben Bewegung auch durch Dehnen oder Belebung trainiert werden, was sich eSportler zu Nutze machen können. An dieser Stelle muss aber gesagt werden, dass die Benutzung einer Massagerolle kein Trainingsersatz ist! Sollte durch einen anstrengenden Tag mit vielen Game-Sessions mal keine körperliche Trainingsintervention zeitlich umsetzbar sein, ist es besser als nichts. Besonders auch für die Fingermuskulatur, die im Unterarm angesiedelt ist, kann es auch zwischen Matches sinnvoll und manchmal sogar eine Wohltat sein eine solche Rolle zu verwenden. Denn auch, wenn viele kleine Bewegungen in den Händen und Fingern stattfinden, verharren wir beim Spielen in einer sehr einseitigen Haltung für die Unterarme. Wie ihr als eSportler und Gamer nun ein solches Faszientraining durchführen könnt erklären wir euch anhand von zwei Übungen.


Generell gilt dabei aber: Arbeitet nie zu stark in den Schmerz! Sprich, es ist ok, wenn es ein wenig zieht, besonders wenn ihr stark verklebte Bereiche bearbeitet. Der Schmerz sollte aber nie so stark sein, dass ihr es nur grade so aushaltet. Als Orientierung: Bei einer Skala von 1 bis 10 bei der 1 „überhaupt kein Schmerz“ und 10 ein „nicht auszuhaltender Schmerz“ ist, solltet ihr euch bei ca. 6 vom „Schmerzlevel“ befinden. Klärt im Zweifel aber vorher mit einem Arzt oder Trainingstherapeuten ab, ob er euch ein Faszientraining empfiehlt, da es auch zu Verletzungen des Bindegewebes kommen kann, wenn es nicht strapazierfähig genug sein sollte.


Übung 1) Unterarmmassage

Ziel: Durchblutungsförderung und Lockerung der Fingermuskulatur, Verbesserung der Arbeitsweise der Muskulatur

Ausführung: Benutzt hierfür eine längliche Massagerolle, mit der ihr über den gesamten Unterarm rollen könnt. Legt diese auf den Tisch und legt euren Unterarm kurz hinter dem Handgelenk mit der Handfläche nach unten auf die Rolle und rollt den Arm langsam bis zu eurem Ellenbogen über die Rolle. Nehmt euch Zeit, es ist sogar besser, wenn ihr langsam über die Rolle rollt und bspw. 15 Sekunden benötigt, bis ihr am Ellenbogen seid. Dort angekommen hebt ihr den Arm und setzt ihn wieder kurz hinter dem Handgelenk auf. Nicht Zurückrollen! Macht das zumindest 3-4 Mal hintereinander und verwendet ein wenig Druck, damit ihr auch etwas spürt. Achtet aber darauf nicht über die oben angesprochene Schmerzgrenze von 6 zu gehen. Gerne könnt ihr den Unterarm auch etwas drehen und versuchen Bereiche zu finden, die sich etwas verklebt anfühlen. Man bemerkt solche Stellen meist durch kleine Unebenheiten, die sich wie kleine Knötchen anfühlen.


Übung 2) Daumenmuskelmassage

Ziel: Durchblutungsförderung und Massage des Daumenbeugemuskels, Vorbeugen von Verklebungen in diesem Bereich

Ausführung: Hierfür könnt ihr entweder einen speziellen Massageball nehmen, oder einfach einen Tennis- oder Golfball. Legt das jeweilige Gerät auf einen Tisch und legt den Daumen am Daumengelenk auf den Ball und rollt in kleinen Kreisen die Erhebung unter eurem Daumen entlang. Ihr werdet Bereiche finden die etwas schmerzempfindlicher sind, die könnt ihr bewusst bearbeiten, aber auch hier wieder in der Schmerztoleranz bleiben. Pro-Tipp: Wenn ihr es mit einem Tennisball macht und er euch auf einem Tisch immer wegrutscht, legt ein Handtuch darunter.


Keep on rollin' :)



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